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Bloggt das Webdesign?

Mario Gongolsky
Der neue Trend im Webdesign wird durch Weblogs geprägt und verabschiedet sich von verschachtelten HTML-Tabellen. Tausende von Webdesignern werden zum Neulernen verdammt. Die Kombination von XHTML und CSS ist nicht nur XML-konform sondern ganz nebenbei auch noch barrierefrei.

Heerscharen von Webdesignern denken in HTML, der althergebrachten Auszeichnungssprache des WWW. Sehen sie einen grafischen Entwurf, öffnen sich in ihren Köpfen vor allen Dingen HTML-Tags wie "table", "tr" und "td", um Seitenelemente konventionell zu positionieren. Der besonders kreative Umgang mit ineinander verschachtelten Tabellen ist dabei die eigentliche Kunst.

In der Webseitenpraxis wird zwar viel von XML (eXtensible Markup Language) gesprochen, aber in der Praxis dominiert immer noch HTML die Gestaltungsarbeit der Designer. XML beschreibt lediglich die Struktur eines Dokuments in Form von Objekten, während HTML notgedrungen Struktur und Gestaltung miteinander vermischt. Die Trennung von Form und Inhalt hatte bislang im Alltag der Webseitenmacher eine eher hypothetische Bedeutung. Neue Gestaltungsmöglichkeiten waren gefragt, um Webseiten aus dem engen Tabellenkorsett zu befreien. Die Gier langatmige wie unbedienbare, flashanimierte Seiten ins Netz zu stellen, ist gottlob wieder einer neuen Sachlichkeit gewichen. Die Gestaltungsmöglichkeiten, die CSS (Cascading Style Sheets) bieten, erfreuen sich hingegen immer größerer Beliebtheit.



Mit CSS zu neuen Ufern


CSS kann dabei weit mehr, als Schriftgrößen und Tabellenrahmen definieren. Das Aussehen, die Position und mit Einschränkungen auch das Verhalten aller Seitenelemente lässt sich mit CSS steuern. Der Trend hin zu CSS war ein langwieriger Prozess, weil sich die Browserhersteller viel Zeit genommen haben, CSS 1.0 und CSS 2.0 brauchbar zu unterstützen. Statt gleich auf den CSS-Zug aufzuspringen, entwickelten Microsoft und Netscape allerlei Pseudo-HTML-Mätzchen, um den Homapegebastlern immer neue Gestaltungskrücken an die Hand zu geben, die aber jeweils nur in einem Browser der Firma X oder Y sichtbar wurden, während sich das Web-Normungsgremium W3C nach Kräften bemühte, die Pseudo-Tags in die HTML-Spezifikationen einzubauen. Vom Ziel mit einer Markup-Sprache möglichst alle Ausgabegeräte zu bedienen, war man während des Browserkrieges jedenfalls weiter denn je entfernt.

Der Schlüssel zur plattformübergreifenden Präsentation liegt in der Trennung von Aussehen und Inhalt. Die CSS-Gestaltungsinformation ist klar vom HTML-Code mit den Seiteninhalten getrennt. Eine Trennung, die mit HTML niemals erreichbar ist.



Weblogs als Lehrstück


Erst das massive Auftauchen von Weblogs wies den Weg in die Zukunft des Webdesigns. Die Entwickler der Blogging-Software, ohne die das Bloggen ein elitärer Fall für Webprogrammierer geblieben wäre, setzten von vorne herein auf CSS in der Kombination mit XHTML (eXtensible HyperTex Markup Language). Lange Zeit wurde XHTML als sinnloser Zwischenschritt in Richtung XML verschmäht. Dabei müssen traditionelle HTML-Schreiberlinge eigentlich nur auf einen wirklich sauber gebauten und notierten, “wohlgeformten” HTML-Code achten. Die Kombination von CSS-Anweisungen und gut geschriebenen XHTML-Code erzeugt ein XML-konvertierbares Dokumentformat. Plötzlich ist es möglich, XML aus den Webseiten zu erzeugen, Inhalte über eine Datenbank zu ziehen oder die Ausgabe für mobile Anzeigegeräte zu optimieren.

Ein weiterer, nicht mehr wegzudiskutierender Trend verstärkt den Reiz dieser Kombination. RSS-Feeds lassen sich im Handumdrehen erzeugen. Spezielle Nachrichtenreader saugen XML-Informationen von den Seiten ab und präsentieren Inhalte in einer netten Übersicht, ohne dass die RSS-Benutzer mit unerwünschten Nachrichten per E-Mail sinnlos zugebombt werden. Schon interessieren sich PR-Agenturen für diese Technik, die das Zeug dazu hat, den klassischen Newsletter zu ersetzen.



Lustvoll, schlicht und barrierefrei


Wer sich in den Blogs umschaut, der sieht die Segnungen eines minimalen Designs, welches sich an gängigen Gestaltungsrichtlinien orientiert. Textorientierte Links, Navigation oben und links; kurzum Designwahrheiten aus der Urzeit des WWW, die sich millionenfach bewährt haben.

Dem Reiz des puristischen Designs können sich auch kommerzielle Webdesigner nicht entziehen: “Form Follows Function”. Ob Post, Stern oder Lycos - CSS kommt! Im Bereich des e-Governments spielt CSS eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, barrierefreie Seiten für ein älteres oder gar sehbehindertes Publikum zu erzeugen. Während Vorlesesoftware Tabellenlayouts oftmals in vollkommen widersinniger Reihenfolge ausliest, lassen sich mit CSS Inhalte logisch niederschreiben. Wie einzelne Elemente für sehende Surfer auf dem Bildschirm arrangiert werden, ist vom Textinhalt weitgehend losgelöst.

Da ist es keine Überraschung, dass beim Biene-Award der Stiftung Digitale-Chancen, mit dem besonders gut zugängliche Webseiten ausgezeichnet werden sollen, durchweg CSS-Seiten auf dem Siegertreppchen gelandet sind. Den ersten Platz belegte der Webauftritt der Polizei NRW, ein handcodiertes Werk von Michael Charlier aus Essen, der in seinem Webwriting-Magazin seit über 2 Jahren CSS predigt und auch praktiziert. Tatsächlich ist Charliers Quellcode auf der Webseite der Polizei in Nordrhein-Westfalen - mit ausführlichen Kommentaren versehen - ein exzellentes Lehrstück für einen bevorstehenden Paradigmenwechsel in Sachen Webdesign.



Offen und preiswert


Der Blogger macht es vor, die Industrie macht es nach. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben keine Lust mehr, Werbeagenturen und IT-Systemhäuser finanziell zu sanieren, um letztendlich schlampigen Frontpage- oder Dreamweaver-Code geliefert zu bekommen. Blogsoftware ermöglicht die Erstellung übersichtlicher Webseiten und die eigenhändige Pflege der Seiteninhalte, finanziell weit unterhalb teurer Redaktionssysteme.

Tatsächlich scheint der Trend XHTML-CSS, der durch Weblogs geprägt wurde, weitreichend wirkungsvoll, denn die verwendete Programmiertechnik ist nicht proprietär und in gewisser Weise ein funktionstüchtiges Gegengewicht zu Microsofts .Net-Strategie. Dass in diesem Trend Potenziale liegen, glaubt auch die Entwicklercommunity von Mozilla. Mit XUL, einem weiteren XML-Dialekt, eröffnet Mozilla neue Möglichkeiten zur Entwicklung von grafischen Benutzeroberflächen und Webservices, die sich in den Browser integrieren lassen und dabei ganz genauso, wie das XML-konforme Gespann aus XHTML-CSS volle Portierbarkeit zulässt. Über 100 XUL-Applikationen stehen bereits zur Verfügung, darunter auch ein RSS-Feed-Reader. Die konsequente Unterstützung solcher offenen Entwicklungen könnte Mozilla neue Marktanteile bringen und setzt Microsoft mittelfristig unter Zugzwang.

Wer sich erst einmal mit den neuen Möglichkeiten des CSS-Designs vertraut gemacht hat, wird seinen WYSIWYG-HTML-Generator wohl sehr bald auf das Altenteil schicken und wieder mit Lust Quelltext auf einem ASCII-Editor schreiben. Zurück in die Zukunft!

9.1.2004






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