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Suchen

Wer ist die Beste im ganzen Web?

Suchmaschinen im Internet bieten abseits bekannter Internetadressen und Verlinkungen die einzige Orientierung im Internet. Damit kommt ihnen eine zentrale Bedeutung für das Auffinden von Internetseiten und die Orientierung im weltweiten Netz zu; manche sagen, sie seien die neuen „Gatekeeper“ im Internet. Suchmaschinen kanalisieren unsere Aufmerksamkeit und haben entscheidenden Einfluss darauf, welche Inhalte wie zugänglich sind. Ohne sie sind Informationen im Netz nur schwer auffindbar.

Doch auch mit ihnen fällt die Orientierung im weit verzweigten Netzwerk nicht unbedingt leichter, enthalten zwar zahlreiche Seiten die gesuchten Wörter, aber nur selten im gewünschten Kontext. Insbesondere bei vieldeutigen Begriffen machen sich schwarze Schafe die Nachteile der techniklastigen Suchmaschinen zur Eigen. Dadurch entsprechen Suchergebnisse oft nicht den Erwartungen der Nutzer.

Nur wenige Nutzer wissen, wie man Suchmaschinen optimal bedient und wie sie funktionieren. Wie aber können Suchmaschinen trotzdem ihrer Verantwortung als zentrale Informationssortierer gerecht werden? Nur allzu leicht glauben die Internetnutzer, dass die Auswahl, die ihnen Google, AltaVista und Co präsentieren, objektiv seien, sind doch die Treffer bereits nach gewissen - meist aber kaum nachvollziehbaren - Relevanzen geordnet.

Das Buch „Wegweiser im Netz“ von Marcel Machill und Carsten Welp dokumentiert die Qualität und die Nutzung von Suchmaschinen und zeigt, wo ihre Grenzen liegen.
Untersucht werden im Rahmen der dokumentierten Studie auch der Erfolg von Google und die Qualität von Suchmaschinen-Ergebnissen. Das Überraschende dabei ist, dass immer noch mehr als die Hälfte Suchergebnisse Ballast sind: Während die zurückgelieferten Treffer in ihrer Quantität durchaus zu beeindrucken wissen, kann ihre Qualität weit weniger überzeugen.

Im Rahmen der Studie wurde unter anderem auch eine repräsentative Telefonumfrage zur Suchmaschinen-Nutzung durchgeführt. Zweifelsohne gehören Suchmaschinen zum Standardwerkzeug fast sämtlicher Internetnutzer. Viele der Befragten vermuten, dass die Anbieter von Webangeboten für die Aufnahme und den entsprechenden Listenplatz bezahlen oder die Suchmaschinenbetreiber durch den Verkauf von Nutzerdaten Geld verdienen. Mehr oder weniger offen unterstellen die Internetnutzer damit den Suchmaschinenbetreiber Manipulation. Ob bewusst oder unbewusst – viele Internetnutzer wissen also, dass die kostenlosen Dienste mit Vorsicht zu genießen sind.

Wer sich für die wissenschaftliche Basis und einen detaillierten Einblick in die durchgeführte Nutzerbefragung, einschließlich Laborexperiment sowie Leistungsvergleich interessiert, der erhält mit dem Buch „Wegweiser im Netz“ eine aufschlussreiche Abhandlung über Image, Bedienerfreundlichkeit und Qualität von Suchmaschinen. Aus ihren Ergebnissen entwickeln die Autoren schließlich einen „Code of Conduct“ für Suchmaschinenbetreiber, der einen möglichst objektiven und transparenten Zugang zu Informationen im Netz garantieren soll.

„Wegweiser im Netz“ ist bereits im Oktober 2003 im Verlag der Bertelsmann Stiftung erschienen. Das 543 Seiten starke broschierte Buch kostet 19,00 Euro.

15.4.2004






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