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Indiens Linux-PDA für die ganze Welt

Mario Gongolsky
Traumfabrik Bangalore: Im der Jeanstasche steckt der Amida-PDA und Teenager hören MP3-Files damit.
Foto: BEL-Picopheta
Im Prinzip tot, so das Netzkritik-Fazit nach vielen Monaten der Funkstille um den Einfach-PDA aus Bangalore. Eine neue Verkaufs-Webseite soll es nun aber doch richten. Die PDAs aus Indien heißen inzwischen Amida, sind mit interessanten Usability-Features vollgestopft und ganz schön teuer. Nur auf der Softwareseite ist etwas von dem Plan übrig geblieben, die digitale Spaltung zu überwinden.

Manchmal sind Journalisten ja leicht zu beeindrucken. Nachdem die indische Idee eines Simpel-PDAs für weniger wohlhabende und weniger gebildete Bevölkerungsschichten nicht aus den Startlöchern kam und sich der Mantel des Vergessens über das Projekt legte, lancierte man zusammen mit einer neuen Modellreihe einfach eine neue Webseite mit Onlineshop. Schon rannten die ausgedörrten Flusspferde der geschundenen PC-Fachpresse zur neuen indischen Wasserstelle. Dort gibt es neue Ideen, die um vieles wichtiger zu sein scheinen, als die 0,02 Mikron weniger oder die 0,2 GHz mehr, die niemand ernsthaft benötigt.



Darf es etwas mehr sein?


Tatsächlich legt man beim Hersteller BEL-Picopeta noch ein paar Ideen nach und wirbt mit der automatischen Kaffeezubereitung als künftig denkbare Option. Neu und in allen Amida-Modellen inklusive ist die Gestenbedienung. Durch ein knappes Kippen des Handhelds kann auf eine Folgeseite umgeblättert werden. Ein schnelles zu sich heranziehen, bewirkt einen Bildzoom. Das klingt interessant, ob es aber auch praktisch ist, kann aus der Distanz nicht beurteilt werden. Wer versucht, auf einem Ochsenkarren einen Feldweg zu befahren und dabei MP3-Files hören möchte, könnte hier mit den Beschleunigungssensoren vielleicht so seine Überraschungen erleben.

Alle Amida kommen mit einem 206-MHz-Intel StrongArm-Prozessor daher. Intel liefert auch den 16 bis 32 MB großen Flash-Speicher. Ebenfalls überall mit an Bord sind zwei USB-Ports, eine serielle 4-Pin-Schnittstelle und die Stromversorgung über einen 4,2-Volt-Lithium-Ion-Akku.
Während die einfachen Ausführungen mit einem 16-Graustufen-LCD auskommen müssen, verfügt das Spitzenmodell Amida 4200 über einen Farb-TFT, USB-Stick, 32 MB, eingebaute Lautsprecher und Mikrofon, Kopfhörerausgang, IR-Schnittselle sowie SmartCard-Reader/Writer.



Ziel verfehlt!


Die Bestellung eines solchen Amida-PDA soll weltweit möglich sein. Dazu müssen wir Europäer auf der Webseite Einzelanfragen einreichen. Die Preise sind reichlich weit vom einstigen Ziel eines Gerätepreises von maximal 200 Dollar entfernt. Das Einstiegsmodell Amida 1200 kostet immerhin 240 US Dollar und das Spitzenmodell Amida 4200 steht für satte 480 US-Dollar in der Preisliste. Da werden auch aus Deutschland die Bestellungen wohl ausbleiben, denn schließlich kommen noch Fracht und Zoll hinzu.

Für den indischen Markt ist das Gerät mit diesem Preis schlicht unbrauchbar. Die vormals angepeilten einfachen Bevölkerungsschichten verfügen über ein Jahreseinkommen von etwa 350 Euro. Erschwerend wirkt sich aus, dass ein V.90-Modem optional hinzugekauft werden muss und der Speicherkarten-Leser, mit dem - so die ursprüngliche Idee - sich mehrere Benutzer einen PDA teilen könnten, im einfachsten Modell nicht vorgesehen ist. Selbst der kostenlose E-Mail-Account sowie der Internetzugang mit 20 Freistunden ist ausschließlich den teureren Modellen Amida 1600 (300 Dollar) und Amida 4200 (480 Dollar) vorbehalten.

Da wundert es kaum, dass der Name Simputer in Zusammenhang mit den Amida-PDAs nicht mehr fällt.



Linux-Spielwiese


Als Experimentierplattform ist der Amida-PDA jedoch nicht uninteressant. Die Amidas laufen mit einem Linux-Kernel 2.4.18 und einem X-Windows-Layer. Die Applikationssoftware nennt sich Alchemy. Alchemy bietet MySQL und SQLite für StrongArm-, Mandrake 9.2/Debian 3.0-, Perl- und Multilanguage-Support. Auf dieser Plattform sind Text-to-Speech-Applikationen in Vorbereitung. Alchemy steuert auch die multilinguale Handschriftenerkennung und integriert Malacca, einen XML/IML-Browser. Das sind die letzten Überbleibsel der Idee, mit einem Einfach-PDA die digitale Spaltung zu überwinden.

In der Downloadsektion stehen kostenlose Tools zur Entwicklung von Amida-Anwendungssoftware zur Verfügung, darunter Compiler und Simulationsumgebungen für PCs.

1.6.2004






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