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Das Bloggen der Marktschreier

Mario Gongolsky
Das Berliner Marktforschungsinstitut Berlecon veröffentlichte dieser Tage eine Studie zum Bloggen im Marketing. Die Empfehlungen an das werbetreibende Volk sollte den Bloggern die Zornesröte ins Gesicht treiben. Da kann man eigentlich nur hoffen, dass die Adressaten der Analyse die Erkenntnisse nicht verstehen werden.

Laut Berlecon Research, liegt im Blog ein ungenutztes Potenzial für Marketing und PR. Das Berliner Unternehmen ist mit seinen Studienthemen nicht nur immer nah an den Entwicklungen, sondern in der Verständlichkeit seiner Studieninhalte immer einen Tick realistischer und allgemein verständlicher als die große internationale Konkurrenz, die Inhaltsleere mit Blendvokabular auffüllt. Letzteres lässt diesmal leider Ungemach befürchten.



Blogs als Trendmesser


Dr. Thorsten Wichmann, Geschäftsführer von Berlecon Research: „Die meisten Weblogs sind einfache Online-Tagebücher, aber besonders im IT- und Medienumfeld finden sich zunehmend auch meinungsbildende Blogs, die traditionelle Medien ergänzen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Trends erkennen und - wenn man sie richtig in die Kommunikationsarbeit einbezieht - auch beeinflussen.“ So weit, so richtig. Viele Fachblogs sind vor allen Dingen eine virtuelle Presseschau, zeigen aber immerhin, welche aktuellen Entwicklungen im Dunstkreis der Blogger auf Interesse stoßen. Doch beeinflussen, das klingt nach sehr gebloggtem Werbeterrorismus.


Unterwanderung der Blogosphäre?


Tatsächlich sieht Berlecon im Aufbau eigener Unternehmens-Weblogs, Potenzial für Marketing und PR. Wichmann: „Unternehmen können mit Weblogs die Image- und Markenbildung vorantreiben, Produkt- und Meinungskampagnen unterstützen, Themen und Ideen platzieren sowie die traditionelle Kundenkommunikation flankieren. Hier kommen die Besonderheiten von Weblogs - asymmetrische Kommunikation, chronologischer Aufbau, einfaches Publizieren – besonders zum Tragen.“ Damit empfiehlt Berlecon die gezielte Unterwanderung der Blogospähre mit PR-Weblogs. Als Beispiel wird der COO von Sun, Jonathan Schwartz, mit seinem Weblog genannt, der in den letzten Monaten gleich mehrere öffentliche Diskussionen über Sun und seine Wettbewerber angestoßen hatte. Ob dies allerdings eine von der PR-Abteilung inszenierte Aktion gewesen ist, bleibt zweifelhaft.


Link & Trust


Was Berlecon vielleicht, Marketingexperten aber kaum verstehen dürften, ist das Verfahren aus „Link & Trust“. Blogs erzeugen ihre Reichweite durch gegenseitige Verlinkung und einen Link verdient nur ein Blog, dessen Inhalte als vertrauenswürdig eingestuft wurden. Kommt der Berlecon-Vorschlag an, werden die institutionalisierten Blogs, die heute noch Seitenarme kommerzieller Webauftritte sind, sich abspalten, um die Blogging-Community ins Boxhorn zu jagen. Bleibt einzig die schwache Hoffnung, dass Marketingmenschen das Wesen eines Blogs nicht so ohne weiteres begreifen werden. Sollten es die Markschreier dann aber doch schaffen, Stil und Diktion eines echten Blogs erfolgreich zu imitieren, dann ist Gefahr im Verzug.


DDD: Department of Defacement and Defence


Im Kampf gegen Marketing-Blogs werden sich „Anti-PR-Squads" formieren und „Defacement-Datenbanken", werden ganze Blog-Communitys nach verdächtigen Links zu PR-Blogs abscannen. Im Untergrund freier Informationen hat der Blogger Kampferfahrung. So gesehen ist den Legionen der Öffentlichkeitsarbeiter die gezielte Instrumentalisierung des Bloggens nicht wirklich zu empfehlen.

28.9.2004






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