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AMD rettet die Welt

Mario Gongolsky
Die Wohltaten der Habenden reißen nicht ab. Auch Menschen in wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen der Erde sollen von Telekommunikation und Internet profitieren. Nach Simputer und PCtvt rührt nun AMD die Trommel für eine Kunststoffdose mit Rechenleistung und präsentiert in Indien ein Computer-Device namens PIC und das günstiger als alle vergleichbaren Projekte.

Tue Gutes und Rede darüber: Hinter dem AMD-Projekt 50 x 15 steht der ehrgeizige Plan, Computer und Internet bis 2015 für 50 % der Weltbevölkerung erschwinglich zu machen. Nun, schlecht ist die Nachricht, dass sich ein großer Chiphersteller genau mit diesem Thema befasst, sicherlich nicht. Immerhin steht hinter AMD ausreichend Geld für Entwicklung, Marketing und strategische Partnerschaften, um diese Idee wenigstens ein Stück weit in die anvisierte Zielgruppe zu bringen.

Technisch kann sich PIC, das steht für Personal Internet Communicator, durchaus sehen lassen. Mit PIC versucht AMD einen Spagat zwischen dem Anschluss an die Windows-Welt und der Nutzbarkeit von Standard-Web-Applikationen einerseits und einem günstigen Preis andererseits. Als Prozessor kommt ein x86-Chip mit der Bezeichnung Geode GX500 zum Einsatz, der nur ein Watt Strom verbraucht und somit lüfterlos betrieben werden kann. Das Gerätchen sieht aus wie eine wasserdichte Seifenschale und beherbergt 128-MB-RAM sowie eine 10-GB-Festplatte. Ein eingebautes Modem und vier USB-Ports sorgen für Kontakt zu Peripherie und Außenwelt.

Als Vertriebsplattform setzt AMD auf den indischen Telekommunikationsprovider VSNL, der natürlich hofft, auf diese Weise mehr Internetkunden zu gewinnen. „PIC kann helfen, die finanzielle Barriere für den Zugang zum Internet zu eliminieren, weil große finanzielle Investitionen entfallen“, lässt sich Shashi Kalathil, Chef der VSNL-Breitbanddienste auf der Tata-Konzernwebseite zitieren. Das stimmt wohl in Wahrheit nur für indische Bevölkerungsschichten, die inzwischen zu den gesellschaftlichen Aufsteigern gehören.



Das ist b i l l i g !?


AMD PIC wird immerhin rund 13 % günstiger sein, als die indischen Projekte wie Simputer und PCtvt. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass PIC immerhin mit 9.620 Euro in die Haushaltskasse einschlägt, während ein brauchbar ausgestatteter Simputer mit knapp 13.000 Euro in den Preislisten steht.

Diese Zahlen dürften einigermaßen erschrecken und bedürfen sicher einer Erklärung: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Indien liegt bei 385 Euro pro Jahr. Um unseren Lesern ein Preisgefühl zu vermitteln, wurden die Simputer- und PIC-Preise in ein prozentuales Verhältnis zum deutschen Pro-Kopf-Einkommen von 26.000 Euro pro Jahr gesetzt. Wenn das Geld so eben zum Leben reicht, ist die Frage schon berechtigt, welchen Stellenwert ein Computer haben könnte, um eine solche Investition zu befördern. Auf deutschen Verhältnisse übersetzt: Für wen Geiz nicht geil, sondern eine Überlebensstrategie ist, für den kommt der Neuerwerb eines werkneuen Kleinwagen kaum in Betracht.



Nutzungsgemeinschaften als Lösung


In unseren Ohren sind die Verkaufspreise für derartige PC-Devices freilich discountverdächtig günstig: ein Simputer für knapp 250 US-Dollar (192,65 Euro) und AMD-PIC für angenehme 185 US-Dollar (= 142,65 Euro). Nach Informationen des US-Newsdienstes CNet soll bei PIC eine besondere Variante von Windows CE mit XP-Erweiterungen zum Einsatz kommen. Eine Tastatur ist im Lieferumfang zwar enthalten, aber zusammen mit einem unabdingbar notwendigen Bildschirm liegt der PIC-Preis dann doch bei 250 US-Dollar.

Einziger Ausweg aus der Preisfalle sind PIC-Nutzungsgemeinschaften, eine Idee, die bereits von der Simputer-Trust als Möglichkeit erörtert wurde.



Die Raubkopierer sind schuld!


Auf CNet kann man auch Steve Ballmer von Microsoft mit einer Forderung vernehmen, der 100-Dollar-PC müsse her. Ein Blick in deren Preislisten empfiehlt Microsoft als Betriebssystem für solche Vorhaben eher nicht. Zwar gibt es von Microsoft für Schwellenländer eine billige XP-Startversion, das wahre Problem an der Microsoft-Preisfront sei aber, so Ballmer, die Software-Piraterie.

Wenngleich AMD-PIC mit Windows als Betriebssystem an den Start rollt, wird das Office-Paket vom deutschen Anbieter Softmaker zugeliefert. Statt Microsoft Word und Excel hat AMD TextMaker und PlanMaker lizenziert und liefert sie weltweit mit jedem Gerät aus.
Keine schlechte Wahl, kursieren doch von Programmen wie Textmaker auch viel weniger Raubkopien.

16.11.2004






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