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Privates Kopieren ist kein Verbrechen

Niels Gründel
Kaum, dass das französische Wochenmagazin „Le Nouvel Observateur“ zum Beginn des Februars seine Titelgeschichte der Musikpiraterie im Netz widmete und eine vielbeachtete Online-Unterschriftenaktion für das freie Tauschen von Musik- und Filmdateien startete, legen auch die Deutschen nach und bekennen öffentlich, Musik- und Filmdateien zu tauschen.

Seit den Morgenstunden des 21.02. werden unter FairSharing.de Unterschriften für die hier zu Lande gestartete FairSharing-Erklärung gesammelt. Die Unterstützer dieser Erklärung bekennen, dass sie privat Film- und Musikdateien getauscht haben und damit möglicherweise gegen das Urheberrecht verstoßen haben könnten. Sie treten für eine Legalisierung des Tauschens von Musik und Filmen zu privaten Zwecken ein, statt die massive Überwachung von Netz und Nutzern weiter zu forcieren, wie es der Industrie vorschwebt.

Eine angemessene Vergütung der Musiker und Filmschaffenden ist nach Ansicht des FairSharing-Netzwerks auch mit freiem Tausch von Musik- und Filmdateien möglich. Denkbar sei dabei z. B. die Einführung einer Kulturflatrate, einer Abgabe auf Internetzugang und Hardware, aus der die Künstler vergütet werden könnten.

„Anstatt die Chancen des Netzes zu nutzen, baut die Industrie auf Überwachung und verklagt ihre eigenen Kunden. Wir lassen uns nicht kriminalisieren und fordern ein freies Netz und eine faire Vergütung für die Künstler", sagt Oliver Moldenhauer vom FairSharing-Netzwerk.

Initiiert wurde die Erklärung durch das FairSharing-Netzwerk, das sich aus der Attac-AG Wissensallmende, dem FoeBuD, der Grünen Jugend, dem Netzwerk Neue Medien und der Initiative Privatkopie.net zusammensetzt. Inhaltlich unterstützt wird die Erklärung von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz e. V.. Finanzielle Unterstützung erhält das Netzwerk darüber hinaus durch die Stiftung bridge - Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft.

Unter den 65 Erstunterzeichnern finden sich Musiker wie Frank Fenstermacher von „Den Fehlfarben" und Axel Fischer von „Console“, AutorInnen wie der Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Glaser, AkademikerInnen wie der Bremer Jura-Professor Wolfgang Däubler, der Wuppertaler Umweltwissenschaftler Wolfgang Sachs oder der Berliner Bewegungsforscher Dieter Rucht, u. v. a. m.

2.3.2005






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