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Ipod-Pornos für unterwegs

Mario Gongolsky
Es ist ja schon toll, sich ganze Musikvideos auf seinem Ipod anschauen zu können. Doch die Pornoindustrie hat bisher jeden Technologiesprung mit Bravour gemeistert. Ipod-Porno gibt‘s an jeder Ecke. Filter für Kids und Teens gibt es hingegen noch nicht.

Doch eine solche Lösung wird unbedingt benötigt, denn Ipod-Dienste wie PodPorn and Whorecast gewinnen immer mehr Nutzer und liefern explizite Videos und Bilder direkt auf den Ipod. Das Problem liegt im MPEG4-AVC-Format, einer Weiterentwicklung des H.263-Codec für Netmeeting und Co, der von vielen Filtern erst gar nicht als Videodatei registriert wird. In einem Blog beschreibt Stephen Balkam [1] von der Jungenschutzvereinigung ICRA, dass auch deren ICRA-Filter den mutigen Selbstversuch, bei Google nach IPod-Pornos zu suchen, nicht beeinträchtigte. Zusätzlich bieten Usenet-Provider wie Guba.com [2] einen Konvertierungsservice für Onlinepornos an, mit denen die Dateien Ipod-tauglich gemacht werden.



Fruchtbares Terrain


In der Schwulen-Communitiy glaubt man an einen schnellen geschäftlichen Durchbruch für Ipod-Pornos. Eine erste Gay-Filmproduktionsgesellschaft in Los Angeles will alle ihre Schmachtstreifen Ipod-fähig machen, denn schließlich sei der Player in der Szene weit verbreitet [3].

So schnell wie neue Porno-Pods aus dem Boden schießen, können sogar erotisch engagierte Blogger wie der Schockwellenreiter [4] nicht tippen. Selbst die in einer U-Bahn anonym und gefahrlos konsumierbare Portion Geilheit für den Tag, als Ableger des Telefonsex, hat den Ipod voll erfasst. Bei PlaygirlTV gibt Sexpertin Jamye Waxman Tipps für die abendliche Freizeitgestaltung während sich Freenpornforpod.com auf kostenlose Lustschnipsel spezialisiert hat.



Intimes in der Hemdtasche


So steht dem Siegeszug der schnellen Befriedigung unterwegs nichts mehr in Wege. Auch Geschäftsreisende können sich damit anfreunden, ist doch der Quickie mit wackeligen Bildern auf dem kleinen Ipod-Schirmchen diskreter und preiswerter als das Einloggen auf dem Hotelpornokanal mit den üblichen Abrechnungspeinlichkeiten: „Und dann haben wir noch 26 Euro für den Blue-Movie-Service. Soll das auf eine separate Rechnung?“


Missionarsstellung oder Missionierung?


Für die in den USA besonders zahlreich anzutreffenden christliche Eiferer, die eine Pornofizierung der Jugendlichen befürchten und den Ipod für Teufelswerk halten, sollte man einfach auf Gottes Wort als Podcast verweisen: Der Bibleprayer verspricht die tägliche Portion Glückseeligkeit [5].

21.12.2005






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[1] iPod porn

[2] Porno für den iPod

[3] Lucas-Pornos für den iPod

[4] Der Schockwellenreiter

[5] Bible Player
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