Navigation
:::::
Onlineshopping & Payment
 

- Start der Reise durchs Netz -
- Blogs & Podcasts -
- Breitband, DSL & WLAN -
- Datenschutz -
- Domains -
- Handys & Mobile Dienste -
- Journalismus: Old vs. New -
- Medienpolitik & Medienrecht -
- Musik, Videos & Fernsehen -
- Onlinebanking -
- Onlinemarketing & Suchmaschinen -
- Onlineshopping & Payment -
- Online- & Techniksoziologie -
- Vernetzung: Bücher & Verweise -
- Webdesign & Webtechnik -
- Zentrallager -


Suchen

Versandkostenberechnung unter die Lupe nehmen - Auktionswaren: Teuer, offen, unverpackt

Die Versandkosten bei Auktionen sind immer wieder ein Thema, das zu Verdruss und Ärger führt. Manchmal aber sollte gerade der Verkäufer etwas Diplomatie walten lassen, sobald er unangenehm aufgefallen ist, um Kunden nicht auch für die Zukunft zu vergrätzen – und eine negative Bewertung zu erhalten.

Vorsicht sollte man bei jedem Geschäft walten lassen, nicht nur im Internet, aber gerade bei Auktionen, wenn Verkäufer dazu neigen, angebotene Waren besonders vorteilhaft zu beschreiben. Ein Streitpunkt sind aber nicht nur die Produktbeschreibungen, immer wieder sind es auch die Versandkosten. Wer sich Auktionen aufmerksam anschaut, wird schnell erkennen, dass eine aktuelle günstige DVD für nur 1,99 Euro durch Versandkosten von sieben oder gar elf Euro schnell zu einem teuren Schnäppchen wird.

Aus diesem Grund sollten Gebote auf Artikel ohne Angabe von Versandkosten besser gar nicht abgegeben werden, - sonst erlebt man, nachdem der Hammer gefallen ist, noch ein blaues Wunder. Verbleibt noch genügend Zeit, kann man versuchen, den Verkäufer im Vorfeld zu bitten, die Versandkosten mitzuteilen. Allzu viel Hoffnung sollte man nicht darauf setzen: Nicht wenige antworten lieber erst nicht.

Mein teuerster Versandkostenkauf war eine kleine, über zweihundert Euro teure Maschine, bei der ich sehr wohl schon im Vorfeld ahnte, dass die Kosten etwas überzogen sind: 16,90 Euro kostete der Versand. Mit einem Aufschlag, der die Ebay-Kosten aufseiten des Verkäufers zumindest anteilig decken sollte, hatte ich gerechnet. Das ist laut Ebay-Grundsätzen natürlich nicht zulässig; faktisch hält sich aber kaum jemand daran.

Als das Paket eintraf, musste ich feststellen, dass es im Originalkarton des Herstellers versandt wurde, demnach keine Verpackungskosten angefallen sein konnten und die Portokosten tatsächlich gerade einmal 5,90 Euro (via Hermes) gekostet hatten.

Eine Nachfrage beim Händler blieb ohne Antwort, ein Nachhaken bei Ebay mit Verweis auf ihre Grundsätze lieferte eine Standardantwort und die Bitte, an ihrer Zufriedenheitsumfrage für die mir zugesandte Antwort teilzunehmen.

Ein anderes, dreistes Beispiel liegt nicht lange zurück. Ein Buch, der Zuschlag erfolgte gerade einmal für den Einstandpreis für 1,00 Euro (was wirklich ein Schnäppchen war), und die Versandkosten betrugen 3,90 Euro. Mir war auch diesmal vorher bewusst, dass eine Büchersendung dafür lediglich 1,40 Euro kostet, dazu dann ein Polsterumschlag, macht maximal 2,00 Euro für den Versand und 1,90 Euro für die Ebay-Gebühren (und um wohl den erwarteten Mindestumsatz zu erreichen, denn so teuer ist Ebay nun auch wieder nicht). Der Verkäufer übersandte das Buch nach einer langen Wartezeit sogar für 2,20 Euro, sparte sich aber die Verpackung beinahe vollständig: Er wickelte das Druckwerk in eine Kunststoffeinkaufstüte des Buchhändlers Gondrom, bisschen Paketband zum Fixieren, fertig.

Der Nachteil: Das so gesicherte Buch überlebte nicht ganz unbeschadet die langen Wege durch die Postsortieranlagen. Eine Nachfrage beim Verkäufer, ob der doch etwas sparsamen Verpackungsmethode, brachte nicht ein zumindest erhofftes Eingeständnis, es zumindest beim nächsten Mal etwas besser zu machen, sondern im Gegenteil die Erkenntnis, dass der Verkäufer aus dem abgelegenen Kaulsdorf an der Saale mit einer Doppelnull im Ebay-Namen niemals in der ersten Mannschaft spielen wird: Er würde mir das Geld zurücküberweisen und ich möge das Buch dann „umgehend” zurücksenden und mir dann „ja eins im Buchhandel kaufen oder so”. Gerne, habe ich ihm geantwortet, aber nur zuzüglich der Versandkosten und natürlich Verpackungskosten für eine – ausnahmsweise - sichere Verpackung.

Meinen Hinweis, das Problem einmal für einen kurzen Moment aus Käufersicht zu betrachten, schlug allerdings ebenso fehl: Der Käufer erhält ein Buch, das unprofessionell verpackt ist, obwohl er dafür bezahlt hat. Die Verpackung ist, weil unzureichend, aufgerissen. Das Buch ist beschädigt. Der Käufer schreibt eine E-Mail an den Verkäufer, um ihm mitzuteilen, dass die Verpackung (zu) schlecht war. Der Verkäufer schreibt unfreundlich zurück, so als hätte er alles bestens verpackt und wäre vollkommen unschuldig und als sei es eine Unverschämtheit, sich über das beschädigte Buch zu beschweren.

Nein, „der Auktionspreis war ein Euro” und „was kann ich dafür, dass die Verpackung gerissen ist... beschwer dich bei der Post.” Ich bin gespannt, wann die Internetbuchhändler das enorme Einsparpotenzial unseres ostdeutschen Mitbürgers erkennen und Kunststofftüten zur Standardverpackung machen.

Autor: Niels Gründel - 17.02.2006





Datenweitergabe an USA?

ADAC als Datenschützer

Ajax in action

 
 

 
 
  2010 © Copyright Netzkritik