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WWWDR anno 1956.de

Stellen Sie sich vor, der Westdeutsche Rundfunk hätte schon 1956 einen Internetauftritt gehabt. So muss wohl der Arbeitsauftrag an die WDR-Internetredaktion gelautet haben, um online etwas Jubiläumsflair zu erzeugen. Das Ergebnis ist ein Kleinod des deutschen Nachkriegsalltags in Funk und Fernsehen.

„Wie aber der Freund sich in der Not bewährt, so möchte der Westdeutsche Rundfunk auch in weniger guten Stunden Ihnen zur Seite sein, mit dem Zuspruch, den das Erhabene und Schöne, die Kraft des Gedankens und die Macht der Kunst tröstend zu spenden wissen.“ So klang die Anaprache des WDR-Intendanten Hanns Hartmann zum Start der Tonrundfunkaussendungen am 1.1.1956. Anno 2006 würde man mit einer solchen Ansprache zielsicher in einer Anstalt landen. Vor 50 Jahren war das auch schon so, drum ist dieses Dokument auch in der liebevoll „Unsere Anstalt“-Rubrik völlig zutreffend eingeordnet.

Im Stil und Design der Fünfziger Jahre kann man auch einen Blick in die Tagesprogramme von damals werfen. Selbst in einer deutschen Anstalt dürfte ein Sendungstitel wie „Tausend Takte Tanzmusik“ trotz tauglicher Betaktung wohl nicht mehr durchzubringen sein und bei allem Respekt vor den Bemühungen, die deutsche Sprache zu verwenden, eine Sendung mit dem verheißungsvollen Titel „Nach der Arbeit: Beschwingte Melodien zum Feierabend“ geht nun wirklich gar nicht. Mich erinnert es an den DDR-Transit nach Berlin, in der man in ermatteter Verzweiflung DDR-Funk hörte und mit nicht minder grausigen Sendungen wie „Bunter Liederbogen DDR“ überrannt wurde. Doch 1956 war noch nicht der Kalte Krieg im Werk, sondern Aufklärung über die Schande der eigenen Vergangenheit zur besten Sendezeit angesagt: 19.45 - Die gedrillten Köpfe: „Dialektische Schulung in der FDJ“.

Diese Seite ist irgendwie ein Muss und dank der zahlreichen alten Tondokumente ein sehr kurzweiliger Spass, doch bei allem Amusement reift die Erkenntnis, dass die Dinge heute anders betextet und anders designed sind, aber hat sich in 50 Jahren denn wirklich so viel geändert?

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Autor: Mario Gongolsky - 03.03.2006





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