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Offizielle Wortpaten gesucht

Jedermann ist aufgerufen, Pate für sein Lieblingswort zu werden. Mit dem „Internationalen Tag der Muttersprachen“ hat der Verein Deutsche Sprache dafür - soweit fassbar - den gesamten deutschen Wortschatz im Internet eingestellt.

Alle zwei Wochen stirbt eine von 6.000 Sprachen weltweit. Auch in Deutschland veröden ganze Wortlandschaften. Mäßiges Englisch und krudes Denglisch überall. Die Gründe sieht der Verein in der weltweiten Amerikanisierung über Internet und Massenmedien und auch in der eigenen Nachlässigkeit. „Wir achten nicht genug auf die Sprache, die wir alltäglich sprechen; wir achten sie nicht. Der enge Zusammenhang zwischen Sprache, Geist und Kultur - auch Wirtschaft und Wohlstand - ist uns nicht bewusst“, so die Initiatoren auf ihrer Internetseite.

Deutsch gehört immerhin zu den drei meistgelernten Sprachen weltweit und fast ein Fünftel aller Bücher, die jährlich weltweit herausgegeben werden, erscheinen auf deutsch - immerhin 60.000 Neuerscheinungen. Im Internet ist Deutsch die weltweit zweithäufigst benutzte Sprache, um nur einige Eckzahlen zu benennen. Deutsch ist Amtssprache in Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Belgien und Italien, genießt offiziellen Status in Frankreich und wird in etlichen Sprachinseln Mittel- und Osteuropas gesprochen.

Der Pate wird in der Datenbank des Verein Deutsche Sprache (VDS) sichtbar eingetragen und erhält eine Urkunde, die ihn als „offiziellen Wortpaten“ ausweist. Pate werden kann man für einzelne Wörter, Sprichworte, Wortpaare und Namen.

Erste Wortpaten sind Prominente wie Ulrich Wickert („Freiheit“), Iris Berben („Silberhochzeit“) und Bastian Sick („einander“). Auch Firmen und Institutionen haben sich bereits entschieden, Worte besonders zu schützen: Unter anderem hat die Bertelsmann AG den Begriff „Verantwortung“ unter ihre Obhut genommen und Weimar das Wort „Kulturhauptstadt“. „Wenn die offiziellen und bezahlten Sprachhüter in Deutschland schlecht arbeiten, müssen sich die Bürger der Muttersprache annehmen und etwas für deren Pflege und Erhaltung tun“, so Gerd Schrammen, stellvertretender Vorsitzender des VDS.

Die Wortpaten sollen mit dem Wort sorgsam umgehen. „Es vielleicht mehrmals täglich benutzen, andere darauf hinweisen, dass es dieses deutsche Wort gegenüber etwaigen Anglizismen - etwa Fahrschein statt Ticket - gibt, sich damit irgendwie beschäftigen“, ergänzt Tobias Mindner, VDS-Pressesprecher, gegenüber Netzkritik.de. „Sei es durch Kunstaktionen (das Wort auf die Straße malen, es als Anstecker tragen), sei es in Leserbriefen an Zeitungen, sei es durch Beschreibungen bei Wikipedia. Der Phantasie und Schönsinnigkeit sind keine Grenzen gesetzt.“

Und es gibt viel zu tun: In der Datenbank des Vereins befinden sich gegenwärtig mehr als 350.000 Wörter, die aus mehreren Wörterbüchern stammen und auch deutsche Texte aus vergangenen Zeiten umfassen.

Die Patenschaft kostet einmalig fünf Euro. „Die Einnahmen kommen zunächst ganz allgemein dem VDS zugute, als Spende. Der VDS setzt sie in igendeiner Weise für die Sprachpflege ein: Sei es mit Werbung, sei es mit weiteren Kampagnen, sei es mit dem Bau eines Leuchtturms für die deutsche Sprache in Weimar, sei es mit der Errichtung eines ‚Hauses der deutschen Sprache‘ in Berlin - als Gegenstück zur ‚academie francaise‘“, so Tobias Mindner.

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Autor: Niels Gründel - 08.03.2006





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