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Personal und Self Publishing - Die Demokratie liegt in deinen Händen

Mit dem Einzug moderner elektronischer Geräte bekommt jeder von uns ein Stück Freiheit in die Hand gedrückt. Denn mit Hilfe von hochgerüsteten Mobiltelefonen und Gadgets wird jeder zum urbanen Reporter. Bilder und Videos lassen sich in windeseile und überall aufnehmen, um anschließend weiterkopiert oder im Internet veröffentlicht zu werden: Ausblick Gegenwart.

Self Publishing als kommunikativer Weg zur Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Bedingungen?Als am 3. März 1991 Rodney Glen King nach einer Verfolgungsjagd von kalifornischen Polizisten gestoppt und anschließend brutal von vier weißen Polizisten verprügelt wurde, hatte keiner der Beteiligten eine Ahnung wohin das Ereignis führen würde. Zufällig filmte an diesem Tag ein Anwohner das gewalttätige Geschehnis und veröffentlichte sein Bildmaterial. Trotzdem wurden am 29. April 1992 die Polizisten freigesprochen, was die gewalttätigen Unruhen in Los Angeles – auch als King-Riots bekannt – auslöste.

Damals war zufällig ein Mensch mit Kamera anwesend. Heute besitzen die meisten von uns eine Kamera und führen sie stets griffbereit in ihrer Tasche mit sich herum. Doch es braucht kein Mobiltelefon mit integrierter Kamera, um andere Menschen über Fakten zu unterrichten. Schon alleine 160 Zeichen und ein Funkkontakt reichten aus, um die chinesische Regierung zu umgehen. Diese hatte bei Ausbruch der Infektionskrankheit SARS versucht, die Provinz Guangdong abzuriegeln. Per SMS informierten jedoch die Menschen aus der Region von den tragischen Ereignissen und die Nachricht nahm trotz Informationssperre ihren Lauf.


Infrastrukturen und Netzwerke für Meinungsfreiheit

Eine SMS gehört zu den kleinsten Waffen in der Informationsverbreitung. Mehr Potential besitzen natürlich Bilder, Tonaufnahmen und Videosequenzen. Gekoppelt mit dem Internet verbreiten sich digitale Daten mit brisantem Material innerhalb kürzester Zeit. Aber auch ohne Internet lassen sich digitale Informationen schnell verteilen, wie Armin Medosch in ”Freie Netze – Geschichte, Politik und Kultur offener WLAN-Netze“ aufzeigt. Das Buch selbst ist als freier Download unter erhältlich.

Doch selbst WLAN braucht der Bürger nicht, um seine Meinung kund zu tun. Schnittstellen wie Infrarot und Bluetooth ermöglichen das Übermitteln direkt von Funke zu Funke, von Mensch zu Mensch. Bilder-, Musik- und Videotausch sind darum heute ein alltägliches Phänomen. Wie immer sind die Kids als early-adopters auf dem Pausenhof ganz weit vorne. Hört man aufgeklärten Lehrern zu, so ist derzeit der Tausch von Fotos von verstümmelten Unfallopfern oder Ermordeten ein krasser Trend. So schrecklich er ist, stoppen lässt er sich nicht. Trotz dieser 1-zu-1-Kommunikation verfügt das Internet natürlich über das virulenteste Potential, da der Abruf von Informationen von Mehreren gleichzeitig möglich ist. Zu den beliebtesten Personal Publishing-Werkzeugen gehören hierbei vor allem die individuellen Weblogs.


Gadgets und die Zukunft der Demokratie

Um ein Weblog mit Texten, Bildern und Clips zu befeuern ist kein herrkömmlicher Rechner oder Laptop notwendig. Die so genannten MoBlogs, also die mobilen Weblogs, lassen sich auch gerne über Handhelds oder Mobiltelefone füttern. API sei Dank!

Da moderne Internetsoftware heutzutage zwangsläufig über eine API verfügt, ermöglicht die Schnittstelle das Anbinden zahlreicher elektronischer Gadgets. Komfortabel sind hierbei natürlich Handhelds wie die Treo-Serie von Palm mit Mäusetastatur und zahlreichen Features, die das Surfen und Emailen erlauben. Generell reicht jedoch schon eine Funke, die einen Zugang ins Internet herstellen kann, und das können mittlerweile die meisten.

Demokratie leben, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man ständig seine Meinung kundtun muss. Die verbale Diarrhö zahlreicher Weblogs wirkt auf Dauer auch ermüdend. Gelebte Demokratie heißt auch, sich selbst zu informieren, Fakten abzuchecken und nicht gleich jeden Humbug den uns Politik und Industrie vor die Nase setzen zu fressen.

Schon erstaunlich, dass mittlerweile selbst ”Spielzeuge“ wie die Sony PSP über jeden WLAN-Spot ins Netz schlüpfen können und mal eben Wikipedia und Konsorten für einen Wissenscheck konsultieren lassen. Noch großartiger ist die Tatsache, dass Hacker das schnieke Gerät geknackt haben und nun eigene Programme über den Memory-Stick auf die PSP hochgeladen werden können. Zum eigenen Email-Programm sind es dann nur noch ein paar Schritte.


Meinungsmacher und Helfer mit Zivilcourage

Zum Schluss noch ein Beispiel aus dem realen Leben ... welches Potential Personal Publishing, elektronische Gadgets und die mediale Kraft des Webs haben, führte der Amerikaner Jacob Appelbaum eindrücklich auf dem Chaos Computer Congress Ende 2005 vor. Als Hacktivist reiste er nach den Verwüstungen von Hurricane Katrina nach New Orleans. Dort war er nicht nur über das Ausmaß der Naturkatastrophe entsetzt, sondern noch viel mehr über die Reaktionen der eigenen Regierung. Diese ließ einfach die armen und obdachlosen Menschen im Stich, verweigerte deutschen und kanadischen Hilfsorganisationen die Einreise und riegelte das Gebiet hermetisch ab.

Jacob Appelbaum berichtete während seiner Reise konstant über ein Weblog. Dort veröffentlichte er Tatsachenberichte, Fotos und beschrieb die Schikanen, die die amerikanische Regierung ihrem eigenen Volk antat. Ob mit Texten oder der Veröffentlichung von Telefonaten, die er als MP3 ins Netz hochludt, übte der Aktivist konstant Druck auf die Verantwortlichen aus und half den gebeutelten Menschen in New Orleans.

Externe Links:

Autor: Moritz Sauer - 01.06.2006





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