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Soziale Auswirkungen der mobilen Welt - Techniksoziologie

Das Mobiltelefon hat weltweit und in allen gesellschaftlichen Bereichen in hohem Maße an Bedeutung gewonnen. Die mobile Nutzung von Sprach-, Text- und Bildübertragung ist so selbstverständlich geworden und doch wissen die Ergebnisse der ersten internationalen Studie über die sozialen Auswirkungen immer wieder zu überraschen.

Der vorliegende Band "Daumenkultur" der Herausgeber Peter Glotz, Stefan Bertschi und Chris Locke ist zuerst im Englischen erschienen und liegt nun in einer deutschsprachigen Übersetzung vor (ISBN 3-89942-473-5). Glücklicherweise muss man sagen, denn die von T-Mobile International finanzierte und dem Buch zu Grunde liegenden Studienergebnisse von Wissenschaftlern aus aller Welt erweisen sich in weiten Teilen als spannende Lektüre, für alle, die mehr über die Auswirkungen des Mobiltelefons erfahren möchte.

Immerhin hat es das Leben von Milliarden Menschen auf recht unterschiedliche Weise beeinflusst und ist als Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken, so selbstverständlich ist die Anwesenheit und der Umgang mit dem Handy für viele von uns jeden Tag geworden. Dabei hat sich das Mobiltelefon vom Statussymbol reicher Nationen verabschiedet und ist inzwischen auch in Ländern der so genannten Dritten Welt ebenso selbstverständlich anzutreffen.


Handy-Supercomputer

Obwohl es sich von seiner technischen Leistungsfähigkeit zu einem Supercomputer entwickelt hat, dient es den meisten Nutzern doch nur zum Telefonieren und dem Versand und Empfang von Textnachrichten. Interessant sind die Aspekte, in welcher Art der moderne Mensch seine sozialen Netzwerke mithilfe des kleinen Gerätes organisiert, aber auch wie Jugendliche das Handy nicht nur zur ständigen Erreichbarkeit nutzen, sondern sich gleichermaßen damit abzuschotten wissen und sogar die Fähigkeit verlieren, Konflikte von Angesicht zu Angesicht auszustehen.

Abseits des privaten Einsatzes besitzt das Mobiltelefon nicht nur die Macht in den privaten Bereich einzudringen, indem es Arbeitszeiten auflöst, sondern auch das Potenzial neue Geschäftsfelder zu erschließen wie Beispiele aus Ruanda eindrucksvoll aufzeigen.


Mobiltelefon als Teil der Persönlichkeit

Geradezu erschreckend ist die Abhängigkeit vom Mobiltelefon für viele Menschen, die teilweise extrem darunter leiden, wenn es einmal nicht zur Verfügung steht, nicht nur weil es das Leben vielfach erleichtert, sondern weil es von vielen als Teil der eigenen Persönlichkeit betrachtet wird – und eben nicht mehr als technisches Instrument. Wie tiefgreifend der Wandel zum Fetisch bisweilen erfolgt ist und das einstmals technische Gerät irgendwo zwischen Accessoire und Schmuck anzusiedeln ist, wird ebenso beleuchtet.

Im letzten Teil des Buches konzentrieren sich die Autoren auf das Problem zunehmender Marktsättigung und der Fortentwicklung der Geräte in der Zukunft. Dabei werden auch Entwicklungen wie Moblogs betrachtet, die weder von Mobilfunk- noch Softwarefirmen ersonnen wurden, sondern der freien Programmierszene entstammen.

Für alle, die an den Auswirkungen des Mobiltelefons interessiert sind, bietet sich eine spannende Lektüre mit einem Füllhorn an Bedeutungen der kleinen Geräte für die Gesellschaft. Die Kosten? 28,80 Euro. Das ist nicht zuviel für soviel spannenden Lesestoff.

Autor: Niels Gründel - 21.06.2006





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