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WLAN-Knowhow für die ganze Welt

Für uns Europäer ist so ein WLAN-Anschluss einfach nur eine unglaublich bequeme Angelegenheit. In Entwicklungsländern könnte WLAN ein Weg sein, überhaupt bezahlbar ins Netz zu kommen. Wie das gehen könnte, zeigt ein aufregendes Buch, das derzeit in englischer und spanischer Sprache vorliegt. Das Kompendium der drahtlos Netze steht weltweit kostenlos zum Download bereit.

Für Insider der Telekommunikationsbranche ist sonnenklar, dass das Internet in weiten Teilen der Dritten Welt schon an zu hohen Verbindungsgebühren scheitert. Nicht wenige glauben, in manchen Teilen der Welt wird der Entwicklungsschritt drahtgebundener Netze aus Kostengründen gleich übersprungen. Die Marktanalysten von Frost & Sullivan vertreten in ihrer Anfang September veröffentlichten Studie „Global Mobile Handheld Device Market” die Position, der Handymarkt der Zukunft läge in den Entwicklungsländern und empfehlen Produktionsstätten vor Ort, um preisgünstige Mobiltelefone fertigen zu können. „Obwohl Mobilfunknetze mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung abdecken, haben nur 25 Prozent der Bürger ein eigenes Handy,” bemerkt Daniel Longfield, Analyst bei Frost & Sullivan. Motorola legt da schon einmal mit dem flachen Motofone vor. Ein elegantes Handy mit Basisfunktionen, was wie ein Razr mit abgesägter Displayplatte daherkommt.


Ad-Hoc-Netz sucht Accesspoint

Auch für den Zugang zum Internet konzentrieren sich die Anstrengungen vornehmlich auf Funk. Prominentestes Beispiel die One Laptop per Child Initiative mit seinem 100-Dollar-Laptop, dessen Akku mit einer Dynamokurbel aufgeladen werden kann. Selbst in diesem Gerät wird WLAN an Bord sein und es wird sogar gelingen in Mesh-Netzwerken zu arbeiten. Jeder Laptop wird mit anderen Nutzern in der Nähe ein lokales Ad-hoc-Netzwerk bilden können. Für den Sprung ins das Internet braucht man schließlich einen erreichbaren Accesspoint. Und genau hier ist dann das Wissen aus dem Buch „Wireless Networking in the Developing World” am Zuge.


Arbeitsklausur in London

Die Autoren, Experten im Gebiet der drahtlosen Gemeinschaftsnetzwerke, versammelten sich letzten Oktober in London. Das transkontinentale Team verbrachte eine Woche in der alternden Lime House Town Hall nahe der Themse und arbeitete die Details des Buches aus, versammelt um einen Mix alter Tische auf denen sich meterlange Kombinationen von Verlängerungskabeln und Stapel von Adaptersteckern zur Stromversorgung der Notebooks auftürmten.

Die Autoren rund um den Herausgeber Rob Flickenger haben allesamt Praxiserfahrung im Aufbau drahtloser Netze in Entwicklungsländern und berücksichtigen die typischen Probleme beim Bau von Funknetzen. „Stellen sich vor Sie versuchen ein drahtloses Netzwerk zusammenzubauen ohne Handbücher, mit nur sporadischem und langsamen Zugang zum Internet, unzulänglichen Werkzeugen, Mangel an Material und in rauhestem Klima”, beschreibt der Pressetext die Ausgangslage, mit der die Autoren schon konfrontiert waren.


Leicht verständlich und komplett.

Wenn wir hier schon nicht die typischen Arbeitsbedingungen nachvollziehen können, so ist allemal das didaktisch gute Konzept und die sehr detaillierten Selbstbauanleitungen hervorzuheben. Auch die Tipps zum Netzdesign und die Einführung in die Funktionsweise von Mesh-Netzwerken mit dem Optimized Link State Routing Daemon ist einen genaueren Blick wert. Die nur wenig Kenntnisse voraussetzenden Erläuterungen dienen nicht dazu, Experten und Nerds einen weiteren Erkenntnisgewinn zu verschaffen, sondern Nutzern mit Basiskenntnissen ein Buch an die Hand zu geben, mit dem sie alle Hürden bis zum freien Funknetz überwinden können. An weiteren Übersetzungen wird noch gearbeitet.

Und hier liegt auch der Grund für die ehrenamtliche Opferung der Autoren: da dass Buch unter einer Creative Commons Lizenz vertrieben wird, ist es frei verfügbar aber eben auch schneller übersetzbar. Trotz schnellem, immer verfügbarem DSL-Anschluss ist das Buch praktischer, als die Webrecherche zur Beantwortung von gezielten Einzelfragen. Wir finden: Unbedingt hineinlesen. Wenn das Buch gefällt, kann das Werk in gedruckter Form für 9,62 Euro bei Lulu gekauft werden. Angesichts der 250 Seiten übrigens ein Schnäppchenpreis.

Externe Links:

Autor: Mario Gongolsky - 29.09.2006





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