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Soziologie der Liebe - Verabredungskultur und Partnerschafts-Organisation im 21. Jahrhundert

Die Verabredungskultur und Organisation der Liebe hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Ein Autorenteam spürt jetzt den Ursprüngen ebenso nach, wie es den derzeitigen Stand der Dinge im Internet widerspiegelt und einen Ausblick auf die Zukunft wagt.

Die Autoren von „Dating.21. Liebesorganisation und Verabredungskultur“ spüren der medial gelenkten Verabredungskultur unserer Zeit nach. Offengelegt werden von den Autoren die kultur- und medienhistorischen Ursprünge. Und beleuchtet werden so unterschiedliche Stätten wie Darstellungsformen in Fernsehen und Kino, ebenso wie Städte als klassische Orte der Begegnung mit Fremden; Online-Plattformen im Internet nehmen zusätzlich Raum ein, denn je globaler und anonymer die Welt wird, desto mehr sind wir auf der Suche nach Nähe und Begegnung.

Die heute immer häufiger anzutreffende virtuelle Kontaktaufnahme zur seriösen Anbahnung einer Partnerschaft soll grundsätzlich unvereinbare Dinge zusammenführen: Zum einen besteht der Wunsch nach Unabhängigkeit und Unverbindlichkeit, zum anderen nach Intensität und Romantik.

Strategisch, rational und stets aus der sicheren Distanz wird nach schematischen Angaben die (virtuelle) Liebe im imaginären Raum gesucht. Die computerbasierte Basis mit einer viel größeren Anzahl potentieller Partner ist der Anreiz, der die Skepsis, die durch die Körperlosigkeit, mögliche (Selbst-)Täuschungen, in den Hintergrund treten lässt.

So merkwürdig die Welt des Internet als Ausgangspunkt einer dauerhaften Beziehung, so merkwürdig auch das Verhalten vieler Suchenden: Manche legen sich Wahlbiographien zu, andere dagegen sind mit den stereotypen Darstellungsformen der Dating-Plattformen selbst unzufrieden und hoffen auf technische Neuerungen, um nicht länger mit den Einschränkungen derzeitiger Online-Kontaktbörsen leben zu müssen. Viele Online-Kontakte sagen noch nichts über die Tiefe der Beziehung, deren Relevanz oder Tragfähigkeit für ein reales Miteinander aus. Insofern handelt es sich um eine Verlagerung von Enttäuschungen, denen viele Online-Kontaktsuchenden gerade aus dem Wege zu gehen versuchen.

Gleichwohl sind auch dauerhafte Partnerschaften im realen Leben aus Online-Kontaktbörsen entstanden. In jedem Fall führen Online-Kontaktbörsen im Netz zu einem erleichterten Auswahlprozess; was dabei aber recht wahrscheinlich auf der Strecke bleibt, sind die vielfältigen Glücksmomente einer im realen Leben entstehenden Liebe.

Insgesamt ein interessantes Buch, das Ursprünge und Gegenwart der Verabredungskulturen detailliert beleuchtet. In weiten Teilen ist es merklich für wissenschaftlich interessierte Leser gedacht und zielt damit leider nicht auf ein breites Publikum.

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Autor: Niels Gründel - 03.11.2007





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