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Von Web-Publishing-Standards und Webworkern
Niels Gründel
Die oberste Instanz des Internets ist das World Wide Web Consortium/W3C (http://www.w3.org/), das im Oktober 1994 von Tim Berners-Lee (http://www.w3.org/People/Berners-Lee/Overview.html), sozusagen dem Erfinder des Web, gegründet wurde. Ziel des Konsortiums ist es, durch die Entwicklung öffentlich zugänglicher Standards eine weltweite Interoperabilität sicherzustellen. Das W3C hat Mitglieder (http://www.w3.org/Consortium/Member/List) aus aller Welt. Sie stammen aus Industrie und Forschung, beschränken sich aber nicht nur auf Softwarehersteller. Mitglieder sind ebenso Medienunternehmen, die Zeitungen publizieren. Zu den Aufgaben des Konsortiums gehört vor allem die Festlegung und Dokumentation von Web-Standards, zu denen beispielsweise HTML, XHTML und CSS zählen. Für den Beitrag zur Fortentwicklung des Internets genießt das W3C hohe Anerkennung in der Netzwelt. Trotzdem gibt es bei der Umsetzung einer weltweit wünschenswerten Interoperabilität überall Schwierigkeiten. Vor allem die Browserhersteller unterstützen die verabschiedeten Standards sehr unterschiedlich. Manche neigen zur Integration selbst entwickelter Definitionen, die nur durch den eigenen Browser unterstützt werden, andere halten sich sehr streng an die Vorgaben des W3C, unterstützen aber den jeweiligen Standard nur in Teilen - eine ebenfalls unbefriedigende Lösung.
Super Design contra Funktionalität
Auf der anderen Seite sitzen vor allem Programmierer und Webdesigner. Programmierer lieben oft strikte Regelungen (anders wäre das Schreiben einer funktionsfähigen Anwendung auch nicht denkbar) und Webdesigner lieben es, Design-Preise zu gewinnen. Dabei ist es vielen leider egal, ob eine Webseite für alle Nutzer zugänglich ist, die Ladezeiten gering bleiben und ob eine Internetseite mit allen Browsern (und ohne irgendwelche zusätzlichen Plug-ins!) auch überall weitgehend gleich aussieht. So ergeben sich mitunter überfrachtete unüberschaubare Seiten, bei deren Ladezeit sich der Nutzer ohne Highspeed-Anbindung ans Internet bequem und ohne Zeitnot eine Tasse Kaffee kochen kann. Wahre Kompetenz zeigt sich vielmehr darin, den Grundlagen des W3C zu folgen und diese auch umzusetzen. Vielen Webworkern mag dies schon deshalb schwer fallen, weil sie der englischen Sprache nicht so mächtig sind, wie dies erforderlich wäre, denn die Standards des W3C werden in Englisch veröffentlicht. Doch für die Web-Publishing-Standards ist damit jetzt Schluss: Es gibt nicht nur eine deutsche Übersetzung in Buchform, sie wurde glücklicherweise durch die Autoren auch noch kommentiert. Lesbar sind jetzt endlich die vielen unüberschaubaren Abkürzungen innerhalb der Standarddefinitionen. Auf 884 Seiten weist „XHTML, CSS & Co“ als empfehlenswerte Referenz und wertvoller Ratgeber den Weg durch HTML 4.01, XHTML und CSS 2. Erschienen ist das Buch in der „edition W3C.de“ des Verlages Addison-Wesley (ISBN 3-8273-1872-6) zum Preis von 59,95 Euro. Um die tägliche Arbeit zu erleichtern wurde die Übersetzung darüber hinaus auch noch um zahlreiche Beispiele angereichert. Ernsthafte Webworker, die trotz derart optimaler Grundlagen auch weiterhin Web-Auftritte entwerfen, die nicht Plattform-unabhängig sind, dürfen sich in Zukunft nicht über eine zu geringe Reichweite der von ihnen entwickelten Webpräsenzen beschweren. 7.6.2003 |
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